Hindernisfrei

Hindernisfreies Bauen gewährleistet öffentliche Gebäude und Anlagen von vornherein so zu planen und bauen, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar sind, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten.

Signaletik in SIA 500-Norm

Die SIA 500-Norm legt Anforderungen an Orientierungssysteme in hindernisfreien Bauten fest, um die Orientierung und Sicherheit zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Nutzung von natürlichen und künstlichen Lichtquellen sowie die Schaffung von visuellen und taktilen Kontrasten, um den Verlauf der Erschliessungswege erkennbar zu machen. Die Norm verlangt auch, dass Gebäudeteile, Signalisationen und Böden so gestaltet sind, dass sie Täuschungen vermeiden und den Menschen mit verschiedenen Hilfsmitteln (z.B. Blindenstock) die Orientierung ermöglichen.

Normensicherheit durch Vernetzung

Die Basis bildet die fundierte Kenntnis und konsequente Anwendung aktueller Standards wie der SIA500, DIN (Deutsches Institut für Normung) und ISO (Internationale Organisation für Normung). Durch den engen Austausch mit Fachverbänden und Normenausschüssen fliessen Änderungen im Regelwerk frühzeitig in die Planung ein. Die Einhaltung dieser Standards schafft Rechtssicherheit und bietet Auftraggebern wirksamen Schutz vor Haftungsrisiken und Gewährleistungsmängeln. Nicht nur 1 zu 1 nach Norm, sondern individuelle Lösungen auf Design und Funktion abgestimmt die im Einklang mit den Normen stehen.

Unser Anspruch auf Synergie von Technik und Gestaltung

Ziel ist eine Symbiose aus Regelkonformität und gestalterischer Exzellenz. Der Anspruch liegt bewusst über dem Durchschnitt, denn die Norm ist das Minimum und nicht das Ziel. Sicherheit und Langlebigkeit als normative Anforderungen stehen dabei in engem Einklang mit einer innovativen, eigenständigen Gestaltung. Beides widerspricht sich nicht, sondern bedingt einander. Zusammengefasst steht dieser Ansatz für «Engineering meets Design» – eine methodische Arbeitsweise, die komplexe regulatorische Vorgaben in hochwertige, funktionale und zugleich optisch überzeugende Unikate übersetzt.

Beratung und Dienstleistungen

Wir unterstützen und beraten als unabhängige Dienstleistung auf Basis geltender Normen und Richtlinien. Dabei werden Anforderungen frühzeitig mit Nutzerorganisationen und relevanten Interessensgruppen abgeglichen, um praxisnahe, inklusive und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Der fachliche Austausch mit Partnern wie BKZ, HBLU, Pro Infirmis, Hindernisfreie Architektur oder Procap stellt sicher, dass unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt und normative Vorgaben sinnvoll in den Nutzungskontext übersetzt werden.

Projektabbildung ZHAW S 30 20220505 k msr
Projektabbildung ZHAW S 26 20220505 k msr

Taktiles Leitsystem

Barrierefreie taktile Leit- und Orientierungssysteme ermöglichen seheingeschränkten und blinden Menschen eine selbstständige Orientierung. Abgestimmt auf die jeweiligen Gegebenheiten kommen sie in unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz – etwa in Krankenhäusern, Seniorenzentren, Verwaltungen, Schulen oder Universitäten – und unterstützen die normgerechte Umsetzung gemäss SIA 500.

Damit Orientierung für seheingeschränkte Personen und Blinde wahrnehmbar ist, müssen taktile Elemente klar auffindbar und konsistent platziert werden. Beschriftungen sind an wiederkehrenden, logisch gleichen Positionen anzubringen, beispielsweise an Handläufen, Türen, Tastern oder in Fahrzeugen. Zentrale Bereiche wie Eingänge, Fluchtwege, Treppen, Aufzüge, Rampen und sanitäre Anlagen müssen dabei tastbar und gut lesbar gestaltet sein.

Referenzbeispiel ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Signaletikrichtlinie, Gebäude ME Winterthur, Shedhalle Wädenswil

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Bodenindikatoren

Taktile Leitsysteme ermöglichen blinden und stark sehbehinderten Menschen eine selbstständige Orientierung im öffentlichen Raum, in Gebäuden sowie an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. In der Regel bestehen sie aus taktilen Bodenindikatoren wie Rillen- oder Rippenplatten, die mit dem weissen Stock ertastet werden können. Sie führen gezielt zu wichtigen Zielen wie Eingängen, Treppen, Aufzügen oder über grosse Flächen und helfen, Hindernisse sicher zu umgehen.

Ergänzend unterstützen taktil-visuelle Markierungen die Orientierung, indem sie Etappenziele und Entscheidungspunkte wie Haltestellen, Fussgängerstreifen oder Aufzüge eindeutig erkennbar machen. Treppen und Stufen müssen gemäss SIA 500 zusätzlich mit kontrastreichen, taktil-visuellen Markierungen versehen werden, insbesondere am Anfang und Ende von Treppenläufen sowie bei Übergängen zu Perrons oder Rampen.

Referenzbeispiel Inselspital Bern: Neubau BB12

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Einheitlichkeit der Gestaltung

Schriftgrösse, Schriftform und die Anordnung der Informationen auf den Schildern sollten aus Gründen der guten Lesbarkeit und eindeutigen Interpretierbarkeit einheitlich und in gleichbleibender, wiederkehrender Weise gestaltet sein.

Erkennbarkeit

Erkennbarkeit (Kontrast)

Seheingeschränkte Personen benötigen einen ausreichend hohen Kontrast zwischen Schrift oder Symbolen und dem Hintergrund. Als massgebende Grundlage dient der Leuchtdichtekontrast. Gemäss DIN 32975 sollte ein Kontrastwert von mindestens 0.7 eingehalten werden. Hochglänzende Oberflächen sowie Spiegelungen sind zu vermeiden.

Referenzbeispiel ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Signaletikrichtlinie, Gebäude ME Winterthur, Shedhalle Wädenswil

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Glasflächen – Kennzeichnung

Glastüren, Glaswände und grossflächige Glasflächen an Geh- und Fluchtwegen im Gebäudeinneren müssen auch bei wechselnden Lichtverhältnissen und unterschiedlichen Hintergründen klar erkennbar sein. Hierfür ist ein Kontrastwert von K ≥ 0.7 erforderlich. Referenzbeispiel ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Signaletikrichtlinie, Gebäude ME Winterthur, Shedhalle Wädenswil

Weitere Inhalte

Kontrastmessungen

Mindestkontraste sind eine unabdingbare Voraussetzung, um die Sicherheit und Orientierung von Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zu gewährleisten. Gute Kontraste ermöglichen es ein reduziertes Sehpotenzial optimal einzusetzen. Sie tragen damit zur Wahrnehmung von Informationen bei. Wo das schnelle Erfassen von baulichen Elementen, Markierungen und Signalisationen erforderlich ist, erhöhen gute visuelle Kontraste die Sicherheit massgeblich. Referenzbeispiel Inselspital Bern: Neubau BB12 und kompletter Aussenraum

Projektabbildung Standort Kontrastmessung

Farbkonzept auf Barrierefreiheit abgestimmt

Farben spielen in Orientierungssystemen eine wichtige Rolle, müssen jedoch stets barrierefrei eingesetzt werden. Komplementärkontraste sowie Rot-Grün-Kombinationen sollten vermieden werden, da sie für Menschen mit Farbenfehlsichtigkeit teilweise oder gar nicht wahrnehmbar sind. Befinden sich Farben zudem auf gleicher Helligkeit, kann dies ein unangenehmes Flimmern vor den Augen verursachen. Referenzbeispiel Inselspital Bern: Neubau BB12 und kompletter Aussenraum

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Nachweis Hindernisfrei

Im Auftrag erstellen wir den Nachweis über die Einhaltung der SIA500 Norm für unsere Auftraggeber und gleichen dies mit den entsprechenden Organisation wie ProCap, BKZ, ProInfirmis oder HBLU ab. Ein Nachweis der Hindernisfreiheit nach SIA bedeutet, dass «Hindernisfreie Bauten» eingehalten wurde, die Anforderungen an öffentlich zugängliche Bauten, Wohnungen und Arbeitsplätze definiert. Referenzbeispiel EichhofWest: Neubau Arealüberbauung Wohnen, Arbeiten, Park, www.eichhofwest.ch