Piktogramme

Piktogramme zu erstellen bedeutet für uns, einfache und einprägsame Symbole zu entwickeln, die Informationen visuell vermitteln – sprachunabhängig, klar und konsistent.

Ein Piktogramm besteht aus den lateinischen Wörtern «pictus» – Bild und «gramma» – Schriftzeichen, ist ein grafisches Symbol, das etwas in vereinfachter, bildhafter Form beschreibt. Die Gestaltung sollte so sein, dass sie international und interkulturell von möglichst vielen Menschen interpretiert werden können.

Piktogrammsysteme entstehen immer aus einem konkreten zeitlichen und räumlichen Kontext. Standard-Piktogramme sind dafür oft zu generisch.

Wir entwickeln Piktogramme mit Freude am Eigenständigen. Ein allgemeingültiges System ist nicht unser Ziel, sondern charakteristische Lösungen mit Wiedererkennungswert.

Trotz Abstraktion bringen wir unsere Gestaltungshaltung ein. Die Piktogramme sind ausgewogen, proportioniert und funktionieren in Reihung und Kombination. Diese Arbeit bleibt ein fortlaufender Prozess.

Fotografie einer Dr-Pepper-Dose als Ausgangspunkt der Piktogrammentwicklung
Vereinfachte Farbflächen der fotografierten Dose
Konturzeichnung über den vereinfachten Farbflächen der Dose

Jeder Kreative wird Ihnen bestätigen, dass Inspiration für den kreativen Prozess unerlässlich ist. Bevor Sie mit dem Skizzieren beginnen, suchen Sie nach Inspiration.

Um Piktogramme zu entwickeln, dient immer ein Bild als Ausgangspunkt, das im Entwurfsprozess vereinfacht und abstrahiert wird, bis nur das Wesentliche bleibt. Dabei geht es nicht allein um funktionale Aspekte, sondern um Kommunikation in ihrer gesamten Wirkung.

Piktogramme zeigen, welche Form der Ansprache gewählt wird und welche Haltung vermittelt werden soll. Ihre Funktionalität entsteht weniger durch künstlerische Ausarbeitung als durch den kulturellen Kontext, in dem sie eingesetzt und verstanden werden.

Fünf Entwurfsvarianten des Dosenpiktogramms

Um den Umfang der Untersuchung einzugrenzen, konzentrierten wir uns auf unsere zehn meistgenutzten Piktogramme – und legten damit den Grundstein für das neue Piktogrammfamilie. Sobald wir mit den Entwürfen für diese kleine Gruppe zufrieden sind starten wir den Designpross und die testen die Richtlinien erweitern die Richtlinien.

Meistens findet ihr für jedes Symbol eine Vielzahl unterschiedlicher Metaphern. Bevor wir uns mit Metaphern beschäftigen, prüfen wir den Zweck des Symbols. Dadurch legen wir fest, welche Aktion, Eigenschaft oder Seite mit diesem Symbol verknüpft ist und schlagen so eine passende Metapher vor.

Piktogramme für Mann, Frau und Rollstuhl im Vergleich
Konstruktionsraster mit Referenzformen und Schutzzone

Um eine konsistente und in sich schlüssige Piktogrammfamilie zu entwickeln, braucht es einen verbindlichen Gestaltungsraster, an dem sich alle Elemente orientieren. Grundsätzlich gilt: so komplex wie nötig, so einfach wie möglich. Ein Raster stellt sicher, dass Proportionen, Linienstärken und andere formale Aspekte im gesamten System einheitlich bleiben und klar strukturiert sind.

Ein Raster arbeitet dabei von grob zu fein. Es definiert Referenzgrössen für einzelne Elemente, sodass wiederkehrende Höhen und Breiten eingehalten werden. Jedes Bildelement wird zudem von einer Schutzzone umgeben, die das Symbol freistellt, die Arbeit erleichtert und ein homogenes Erscheinungsbild gewährleistet. Das Raster darf weder zu kleinteilig noch zu grob sein – es soll die Gestaltung unterstützen, nicht einschränken.

Dreizehn Piktogramme einer gemeinsamen Gestaltungsfamilie
Piktogramm einer Waschmaschine
Piktogramm für Wäschesack und Wäschekorb
Piktogramm für Essensrückgabe mit Apfel und gerader Flasche
Piktogramm für Essensrückgabe mit Apfel und geformter Flasche

Piktogramme lassen sich wie eine eigene Form von Schrift verstehen. Innerhalb weniger, meist abstrakter Grundformen eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, Ausdruck, Tonalität und Charakter zu modulieren. Deshalb existieren zahlreiche Piktogrammstile, die je nach Einsatzort unterschiedlich wirken: Manche erfordern eine seriöse, technisch präzise Gestaltung, andere erlauben leichtere oder sogar humorvolle Lösungen.

Designalltag entwickelt solche Piktogramme für verschiedenste Bereiche. Jedes System entsteht aus seinem spezifischen Kontext. Unsere Kundinnen und Kunden sind dabei aktive Partner, deren Inputs und Expertise wesentlich zur Qualität und zum Erfolg der finalen Gestaltung beitragen. So verstehen wir Piktogrammentwicklung als einen fortlaufenden Prozess, der Funktion, Charakter und Kontext sorgfältig zusammenführt.